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Geschichte

Am nächsten morgen wacht S schon recht früh auf, sie hat schlecht geschlaffen. Zunächst stattet sie dem Badezimmer einen Besuch ab, putzt Zähne und Wäscht sich. Während sie diese Handlungen ausführt denkt sie an die Conversation, mit dem Kunstinteressierten Avatar, aus der vorangegangenen Nacht. Kann es sein das er Recht hatte? Ist Sie selbst, Sie S, die leibhaftig vor ihrem Badezimmerspiegel steht nur eine Marionette. Nicht in der Lage selbstständig und eigenverantwortlich  Handlungen durchzuführen. Was aber ist mit ihren Gedanken? Können ihre Gedanken auch Ferngesteuert werden? Beinflusst sind sie ja sowieso durch die Wahrnehmung ihrer Umwelt.
Alles diese Fragen beschäftigen sie an diesem Morgen, aber am Ende verwirft sie doch jeglichen zweifel an der Realität. Sie hätte ja schliesslich erkennen müssen das ihre Welt nur simuliert ist, denn jede Simulation ist nur eine Kopie des Orginals. Die Qualität der Kopie ist ja in jedemfall schlechter als die des Orginals, denkt sie sich während sie das Haus verlässt und zur Arbeit in die Galerie geht.

E. kam im verlauf des Nachmittags ebenfalls der Chat der vergangenen Nacht in den Sinn. Er freute sich über den Gedanken das er wie Morpheus in dem Film Matrix jemanden die Augen öffnen konnte, zumindest ein wenig. Weiterhin fasste er den Beschluss, nach dem er einige Einkäufe erledigt hatte, das Mädchen aus der Gallerie wiederzusehen.
Zwischen den Regalen des Supermarktes entdeckte er das Kunst magazin mit einer Coverstory, die sein Interesse weckte

Der Artikel berichtet Minimal Smart, dieser führt in der Virtuellen Welt ein scheinbar eigenständiges Leben.
Nach dem der Artikel E.s interesse auf das höchste weckte nimmt er sich vor die beschriebene virtuelle „——– Gallerie“ aufzusuchen

Kurz darauf stand er schon in der Kantstraße 36 vor der Tür der Ordinary Art Gallery , im Fenster kontrollierte er noch einmal den korrekten Sitz seiner Frisur und betrat anschließend die Räumlichkeiten. S. war währenddessen noch mit einem anderen Potenziellen Käufer beschäftigt. E nutzte die Zeit um die neusten Exponate zu begutachten, diese stammten zum Großteil von unbedeutenden Malern aus der Umgebung. Auf den meisten Bildern sah er nette Ansichten der lokalen Landschaft, aber auch viele religiöse Motive entdeckte er. Der Wert der Bilder geht zu einem grossen teil von dem technischen Fertigkeiten und weniger vom Inhalt des Motivs aus. E. suchte allerdings Bilder welche tiefer Gehen, die Einblick gewähren in die Seele ihres Schöpfers.
Ein paar Schritte weiter wurde er auf einige expressionistische Arbeiten aufmerksam, die direkte Veranschaulichung der inneren Beteiligung des Künstlers dargestellt durch reduzierte Form und eine heftige Farbgebung, waren schon eher nach E.’s geschmack.
Unterdessen hatte der Mann der S. gerade noch beanspruchte die Gallerie verlassen und sie bemerkte E’s Anwesenheit. Als sie zum ihm hinüber ging war er so in die Werke vertieft das er sie zunächst nicht bemerkt und dann ein wenig erschrak als sie ihn ansprach.
„Wusstest du das Künstlerische Ausdrucksformen wie Malerei und Bildhauerei in der Antike als Niederes Handwerk galten. Die damals üblichen Künste wurden in die Kategorien Trivium welches  Grammatik, Dialektik und Rhetorik beinhaltet und das die Fertigkeiten in der Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik. Quadrivium umfasste. Die Musik ist also die einzigste der Modernen Künste die auch schon im Antiken Grichenland als solche geschätzt wurde“
E blickt fragend, doch noch bevor er zu Wortkommen kann legt S nach.
„Bis hinein ins Mittelalter änderte sich an dieser Wertschätzung auch nichts. Kreativität war in diesen Zeiten auch nicht besonders gefragt, Hauptauftraggeber ist die Kirche gewesen und verlangte nach Sakralen Darstellungen. Erst mit dem Beginn des 15 Jahrhunderts wendete sich das Blatt für die Künstler. Durch den Wechsel zu einer bürgerlichen Gesellschaft entstand eine wohlhabendere Bevölkerungsschicht, welche ihren Gesellschaftlichenstatus durch wertvolle Ästhetische Kunstwerke nach aussen demonstrieren wollte.“ E. sah sie immer noch verdutzt an und brachte ein leicht stotterndes „Hallo“ hervor, fing sich dann aber und entgegnete „das die zu dieser Zeit entstehende Renaissance, an das Natur und Menschenbild der Antike Anknüpft und die Katholische Kirche dem Aufblühen profane Werke nach der Reformation ein Gegenkonzept, welches auf den Konzil von Trient entwickelt wurde, entgegensetzen musste. Dieses ebnete den Weg für die Folgende Epoche des Barrock.

S. war verblüfft und sagte “ Du bist ja doch nicht so unbefleckt in der Welt der Kunst wie ich zunächst annahm“. „Ja ab und an bin ich für eine kleine Überraschung gut“,antwortete E.“ Nachdem sie noch ein paar Sätze ausgetauscht hatten, verabredeten sie sich für den nächsten Tag in einem kleinen Cafe in der nähe des Stadtparks.

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